Xantos

XANTOS Kurzkommentar September 2023

Der September wurde seinem Ruf als schwieriger Monat gerecht. Das Quartal war sehr enttäuschend. Der Anstieg der Energie- und Ölpreise liess befürchten, diese könnten einen erneuten Inflationsschub auslösen. Die Zinsen stiegen weiter an und erreichten in den USA mit 4.6% für die 10-jährigen Staatsanleihen das Niveau von 2007. Die Märkte antizipieren wohl ein noch höheres Zinsniveau für eine längere Zeitperiode. Der drohende Government Shutdown in den USA war der Börsenstimmung auch nicht förderlich. Der Shutdown wurde am Ende des Monats gerade noch abgewendet.

Die steigenden Zinsen fressen sich derweil langsam ins Wirtschaftssystem. Insbesondere die europäischen Wirtschaftszahlen weisen auf eine Abkühlung hin. Noch ist offen, wie stark der Abschwung ausfallen wird. Auch in den USA senden die wirtschaftlichen Indikatoren unterschiedliche Signale aus. In diesem unsicheren Umfeld verzichteten die westlichen Notenbanken derzeit auf weitere Zinserhöhungen. Die Arbeitsmärkte sind insgesamt immer noch stabil. Allerdings hinterlässt die wirtschaftliche Unsicherheit mittlerweile deutliche Spuren. Die Meldungen von Schliessungen, Reorganisationen und Entlassungen häufen sich.

Die Märkte sind nach einem sehr schwachen dritten Quartal überverkauft. Eine Gegenbewegung scheint mindestens kurzfristig möglich. Die am Ende des Monats veröffentlichten Inflationszahlen für Europa gaben den Märkten einen freundlichen Impuls. Die Inflation in Europa schwächte sich um rund 1% auf ca. 4.5% ab. Aufgrund der steigenden Energiepreise und der angespannten Situation bei den Öllagern wurde der Anteil von traditionellen Energiefirmen um 1% ausgebaut. Dagegen wurde der Bereich «Alternative Energien» weiter abgebaut. Ebenfalls bleiben wir vorsichtig bei Konsumaktien.

Obwohl der Arbeitsmarkt solide ist, scheint der Konsument zurückhaltender geworden zu sein. Derzeit dominieren staatliche Investitionsprogramme in Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit oder in strategische Technologien die Anlagethemen. Um die Produktivität steigern und die Margen halten zu können bleiben Automatisierung und Digitalisierung ein Dauerbrenner. Aufgrund dieser Programme und Prioritäten dürften die grössten Chancen weiterhin im Technologiesegment zu finden sein. Kleinere und mittlere Unternehmen haben überdurchschnittlich hohe Korrekturen erlitten.

Die Bewertungen haben sich markant zurückgebildet und sind im Vergleich zu den Mega-Cap-Aktien attraktiv.

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