Berichte

Irankrieg

Krieg in Nahost – Turbulenzen an den Märkten für wie lange?

Die USA haben zusammen mit Israel militärische Operationen gegen den Iran unternommen und damit die ganze Region in den Kriegskonflikt gezogen. Die politische Zielsetzung der USA ist diffus, das Risiko einer Schlappe zu Hause für den Präsidenten dagegen erheblich. Die wirtschaftlichen Folgen sind von der Veränderung der Energiepreise abhängig, sowohl im Ausmass wie vor allem von der Dauerhaftigkeit.

Ein erheblicher Teil der Erdölversorgung läuft durch die Strasse von Hormuz, welche zurzeit de facto stillgelegt ist, weil für die Transporteure kein Versicherungsschutz besteht. Die bestehenden Reserven würden schätzungsweise für 8 Monate ausreichen, um einen Totalausfall der Versorgung durch die Strasse von Hormuz zu kompensieren. Wenn auch die militärische Kraft des Irans geschwächt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es ihnen gelingt für längere Zeit die Schifffahrt zu beeinträchtigen. Zudem sind Anschläge auf Produktionsstätten möglich, wie zuletzt auf die Gasanlagen in Katar. Angesichts dieser Perspektive ist es durchaus möglich, dass Erdöl- und Erdgaspreise noch weiter steigen werden.

Die Abhängigkeit der Wirtschaft von Öl und Gas ist über die Jahrzehnte deutlich kleiner geworden, so dass Vergleiche mit historischen Erdölkrisen nicht hilfreich sind. Indessen sind die Folgen für Inflation, Inflationserwartungen, geldpolitische Aktionen und langfristige Zinsen zu beobachten. Das Rätselraten um die Entwicklung dieser Grössen wird die Märkte beschäftigen und bewegen. Grundsätzlich kann gesagt werden, je länger die Versorgungsunsicherheit anhält, desto gravierender die Folgen an den Finanzmärkten. Steigende Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen sowie steigende Realrenditen beeinträchtigen Obligationen- und Aktienmärkte gleichermassen.

Die bisherigen Reaktionen an den Aktienmärkten fielen sehr unterschiedlich aus. Erstaunlich bescheiden war die Korrektur in den USA, deren Wirtschaft mutmasslich weniger vom «Energieschock» betroffen sein wird als Europa und Asien. An den Kreditmärkten stiegen die Risikoprämien an und der US-Dollar und Gold zeigten Stärke.

Da eine Wirtschaftskrise sehr unwahrscheinlich ist, rechnen wir nicht mit massiven Einbrüchen an den Märkten, vielmehr mit fortgesetzter starker Volatilität, solange die hohe Verunsicherung anhält. Für diese turbulente Phase erachten wir für Anleger ein breit diversifiziertes Portfolio als «beste» Strategie und würden namentlich auch am Aktienengagement festhalten.

Wangs 3.3.2026