Heute sind die von Trump angekündigten Zölle in Kraft getreten. Die Hoffnungen auf einen Aufschub sind zerschlagen. China eskaliert den Zollkrieg und andere Länder wie die Schweiz und die EU suchen mit Verhandlungen eine Lösung zu finden. Der US-Kongress beabsichtigt mit einer Gesetzesvorlage die Regierung zurückzubinden, wofür eine Zweidrittelmehrheit nötig wäre. Innerhalb der US-Regierung scheint Uneinigkeit zu herrschen. Der Ausgang des von den USA initiierten Handelsstreites ist völlig offen und vorab der Unberechenbarkeit Trumps geschuldet. Über den kürzer- und längerfristigen wirtschaftlichen und politischen Schaden kann daher nur spekuliert werden.
Finanzmärkte scheuen Unsicherheiten so wie Feuer das Wasser und reagierten dementsprechend heftig auf die massiv erhöhte Risikolage. Es ist davon auszugehen, dass die Volatilität noch einige Zeit anhalten wird. Grundsätzlich sind politisch verursachte Volatilitäten kurzlebiger als fundamental verursachte. Aber auch dies lässt sich noch nicht klar erkennen, zumal das Risiko besteht, dass die aktuelle Politik die Fundamentaldaten stark belasten könnte.
Damit stellt sich die Frage, wie man als Anleger mit dieser äusserst anspruchsvollen Situation umgehen soll. Aufgrund von Erfahrungswerten empfehlen wir Ruhe zu bewahren, den Sturm auszuhalten und keine irrationalen Aktivitäten vorzunehmen. Insbesondere würden wir davon abraten, die Volatilität zu spielen. Das Risiko ist viel zu hoch, dass man den kurzen Schwankungen hinterhereilt und so den Schaden des Portfolios erhöht. In der nachstehenden Grafik werden die täglichen Ausschläge des Marktes zu Beginn der COVID Krise im Jahre 2020 gezeigt. Es wird deutlich sichtbar wie nahe beieinander extreme Performancetage liegen. Werden die stark positiven Tage verpasst, kann dies selbst die längerfristige Performance beeinträchtigen.
Die Geschichte zeigt auch, dass die Märkte nach einer ausgeprägten Schwächephase eine deutliche Erholung zeigen, welche im Durchschnitt in einem zweistelligen Performancebereich liegen. Kommt hinzu, dass absehbar tiefere Leitzinsen die Wirtschaft unterstützen und die Aktienmärkte begünstigen sollten. In dieser Perspektive ist es vernünftig an der eingeschlagenen Anlagestrategie festzuhalten und sich auf den längerfristigen Anlagehorizont zu fokussieren.
Wangs, 9.4.2025